STS-Medienmitteilung: Brieftaubensport: Verluste inbegriffen Basel, 3. Mai 2016 Medienmitteilung Schweizer Tierschutz STS BRIEFTAUBENSPORT: VERLUSTE INBEGRIFFEN ================= (Lead) Keine andere Sportart in der Schweiz geht derart r�cksichtslos mit Tieren um. Fernab der Oeffentlichkeit, ohne beh�rdliche Kontrolle, werden Brieftauben von Schweizer Z�chtern an Sportanl�ssen im In- und Ausland zu Extremleistungen gezwungen. Eine Recherche des Schweizer Tierschutz STS zeigt: Viele Sporttauben werden tierschutzwidrig gehalten und am Ende einer Flugsaison sind bis zur H�lfte aller Tiere tot. --------------------------------- (Text) 2015 waren beim Schweizerischen Brieftaubensport-Verband SBV 137 aktive Z�chter gemeldet. Diese �produzieren� j�hrlich rund 25�000 Jungv�gel. Einige Z�chter halten mehrere Hundert Tauben in ihren Schl�gen. Die Qualit�t der Tierhaltung ist dabei �usserst unterschiedlich. Aus Angst vor Greifv�geln oder Dieben halten etliche Taubensportler ihre Tiere den Winter �ber eingesperrt in dunklen, stickigen Verschl�gen ohne die � gesetzlich vorgeschriebene � Aussenvoliere. In grossen Rennst�llen d�rfte zudem nur ein Bruchteil der V�gel regelm�ssigen Freiflug geniessen, w�hrend Dutzende, wenn nicht Hunderte Tiere als blosse Reserve ihr Leben in engen Taubenschl�gen fristen. Bedenklich hohe Verlustraten W�hrend der Wettkampf-Saison machen sich Taubensportler die �Witwermethode� zunutze: Immer wieder trennen sie die in lebenslanger Einehe lebenden Taubenpaare und setzen einen der Partner in Wettfl�gen ein, damit er � oder sie � m�glichst rasch wieder nach Hause fliegt. 12 bis 14 Mal wird eine Schweizer Brieftaube pro Saison in engen, �berbelegten Transportern bis nach Ostdeutschland oder Tschechien verbracht. Bis zu 600 km betragen die Wettkampf-Distanzen, welche die �berlebenden Tauben in nur sieben bis acht Stunden zur�cklegen. Aber nur ein Bruchteil der Tauben erreicht jemals wieder den Heimatschlag: Je nach Witterung, Flugdistanz und individueller Kondition der V�gel muss mit einer Verlustrate von 10 bis 50% gerechnet werden! Manche der Sporttauben kehren nur versp�tet heim � sie werden von Tierfreunden aufgefunden, von Tierheimen aufgep�ppelt und dem Eigent�mer zur�ckgebracht, sofern dieser an einer R�cknahme �berhaupt noch interessiert ist. Andere kehren nie zur�ck. Sie sterben an Ersch�pfung, Hunger, werden von Greifv�geln geschlagen oder kollidieren mit Stromleitungen. In jeder anderen Sportart mit Tieren w�rden Wettk�mpfe mit derart hohen Verlustraten verboten. Der Taubensport fristet jedoch ein von beh�rdlichen Kontrollen weitgehend ungest�rtes Dasein. Inakzeptable Instrumentalisierung von Tieren Aus Sicht des Schweizer Tierschutz STS stellt die milit�rnostalgisch angehauchte Tradition des Brieftaubensports in seiner heutigen Form eine inakzeptable Instrumentalisierung und �berforderung von Tieren dar. Der STS kritisiert die laschen gesetzlichen Vorschriften bei der Taubenhaltung ebenso wie die fehlende beh�rdliche Kontrolle im Taubensport. Es gibt keine Rechtfertigung f�r diese Form der Tier-Ausnutzung. Die aktuelle Form der Brieftaubenzucht und des Brieftaubensports �berfordern die nat�rliche Anpassungsf�higkeit der Tiere. Sie verstossen damit gegen die Grunds�tze der Tierschutzgesetzgebung. Mittelfristig soll der Bund mit einer Studie kl�ren, ob der Brieftaubensport �berhaupt tierschutzkonform betrieben werden kann oder g�nzlich zu verbieten ist. Mehr Information --------------------------------- STS-Report �Brieftaubensport in der Schweiz� online unter archiv.tierschutz.com/aktuell/brieftauben Bildmaterial --------------------------------- Bildmaterial zum Download unter www.flickr.com/photos/schweizertierschutz F�r R�ckfragen --------------------------------- Sara Wehrli, Fachstelle Wildtiere Schweizer Tierschutz STS, Telefon 076 345 14 48 STS-Medienmitteilungen online --------------------------------- archiv.tierschutz.com/media/news.html Absender --------------------------------- Schweizer Tierschutz STS Dornacherstrasse 101, Postfach 4018 Basel Telefon 061 365 99 99 archiv.tierschutz.com sts@tierschutz.com