STS-Medienmitteilung: Pelz: Wenig Natur, viel Chemie Basel, 5. Januar 2016 Medienmitteilung Schweizer Tierschutz STS PELZ: WENIG NATUR, VIEL CHEMIE ================= (Lead) Man tr�gt wieder Pelz. Doch die als Naturprodukt angepriesenen flauschigen Felle werden mit gef�hrlichen Chemikalien aufgeh�bscht. Der Schweizer Tierschutz STS hat Jackenkragen aus Marderhundpelz auf gesundheitsgef�hrdende R�ckst�nde �berpr�fen lassen. Die Analyse weist bei allen Proben eine teils hohe Chemikalienbelastung nach. --------------------------------- (Text) Seit zwei Jahren kennt die Schweiz eine Deklarationspflicht Pelzprodukte. Was aber kein Etikett verr�t, sind die Chemikalien, mit denen die Felle belastet sind. Denn der Pelz durchl�uft auf seinem Weg zum Endverbraucher eine Reihe von Gerb-, Konservierungs-, Reinigungs-, F�rbe- und Behandlungsprozessen bei denen auch gesundheitsgef�hrdende Chemikalien zum Einsatz kommen. In der Schweiz gekauft - in der Schweiz getestet Der Schweizer Tierschutz STS wollte wissen mit welchen chemischen Giftstoffen hierzulande angebotene Import-Pelze belastet sind. Die erste Recherche dieser Art in der Schweiz beschr�nkt sich die Untersuchung von Marderhundpelz. Gerade die zurzeit weit verbreiteten kleinen Pelzteile, sogenannte Verbr�mungen, werden massenhaft aus Marderhundfell hergestellt. Das Fell ist billig, manchmal sogar billiger als Kunstpelz. Im Sp�therbst 2015 kaufte der STS bei verschiedenen Anbietern zwei Kinder- und zwei Damenjacken mit Pelzbesatz aus Marderhund-Fell. Drei der Pelze stammen aus China, einer aus Finnland. Die Analyse (Oeko-Tex-Schadstoffpr�fung*) wurde von der Firma Testex AG in Z�rich durchgef�hrt. Die Resultate Bei keiner der getesteten Pelzproben werden alle empfohlenen Oeko-Tex-Grenzwerte f�r Produkte mit Hautkontakt eingehalten. In drei der vier Proben wurde Formaldehyd, das bereits in geringer Konzentration Schleimhautreizungen und Allergien ausl�sen kann, nachgewiesen. Bei einem Pelzst�ck (Damenjacke der Marke Woolrich, hergestellt in China) lag der Messwert um das fast Vierfache �ber dem empfohlenen Grenzwert. Ebenfalls drei Pelze waren mit Tensiden belastet, einem Stoff, der den Hormonhaushalt des Menschen durcheinanderbringen kann. Hier �berschritt der h�chste gemessene Wert (M�dchen-Daunenjacke der Marke Eddie Pen, hergestellt in China) die Oeko-Tex-Vorgabe um das 13-fache. Chrom fand sich in jeder der vier Pelzproben. Mit 40.9 mg/kg �berstieg der h�chste Messwert (Damenjacke der Marke: Attentif, Paris, hergestellt in China) die Oeko-Tex-Empfehlung mehr als 20-fach. F�r jeden Pelz sterben Tiere Neben den Haltungs- und T�tungsbedingungen f�r die Tiere gef�hrdet die Pelzproduktion die Umwelt und die Arbeiter in den Produktionsst�tten. Zudem ist das fertige Kleidungsst�ck auch f�r den Kunden gesundheitlich nicht unbedenklich. Die giftigen Pelze werden vielfach auch f�r Kindermode verarbeitet. Weil die Kleinen im flauschigen Pelz so s�ss aussehen, gef�hrdern Eltern das Wohlergehen ihrer Kinder. Pelz ist wenig Natur und viel Chemie. Wer auf den Kauf von Echtpelz verzichtet handelt nicht nur zum Wohl der Tiere, sondern sch�tzt gleichzeitig die eigene Gesundheit. * Der Oeko-Tex Standard garantiert die Unterschreitung der gesetzlichen Grenzwerte f�r Schadstoffe in Textilien. Mehr Information --------------------------------- STS-Recherche �Toxic Fur. Pelz kann Ihre Gesundheit gef�hrden.� online unter archiv.tierschutz.com/pelz/toxic_fur F�r R�ckfragen --------------------------------- Medienstelle Schweizer Tierschutz STS, Telefon 079 357 32 04; media@tierschutz.com STS-Medienmitteilungen online --------------------------------- archiv.tierschutz.com/media/news.html Absender --------------------------------- Schweizer Tierschutz STS Dornacherstrasse 101, Postfach 4018 Basel Telefon 061 365 99 99 archiv.tierschutz.com sts@tierschutz.com