STS-Medienmitteilung: Angeschossene Wildtiere: Eine Schattenseite der Jagd Basel, 14. September 2016 Medienmitteilung Schweizer Tierschutz STS ANGESCHOSSENE WILDTIERE: EINE SCHATTENSEITE DER JAGD ================= (Lead) Gem�ss eidgen�ssischer Jagdstatistik wurden 2014 insgesamt 334 verendete Wildtiere mit Schussverletzungen aufgefunden, darunter 30 Hirsche, 191 Rehe und 15 G�msen. Diese Totfunde sind nur die Spitze des Eisbergs. L�ngst nicht alle toten Wildtiere werden jemals gefunden. Der Schweizer Tierschutz STS fordert gesetzliche und jagdliche Verbesserungen. --------------------------------- (Text) Zus�tzlich zu den pro Jagdjahr in der Schweiz erlegten rund 40'000 Rehen, 10'000 Hirschen und 12'000 G�msen d�rften mehrere hundert - wenn nicht �ber 1'000 - Tiere kommen, die lediglich angeschossen werden und verletzt fliehen. Auf der Jagd gilt: Der erste Schuss muss treffen und zum sofortigen Tod f�hren. Angeschossene, nicht t�dlich getroffene Tiere k�nnen den Schuss �berleben oder an den Verletzungsfolgen sterben. Die Erfolgsquote der Nachsuchen auf verletztes Wild liegt je nach Kanton bei lediglich 35 bis 65%. Das heisst, rund die H�lfte der auf der Jagd angeschossenen Tiere k�nnen trotz Nachsuche nicht von ihrem Leid erl�st werden. Aus D�nemark ist bekannt, dass rund ein Viertel aller dort erlegten und tot aufgefundenen F�chse Spuren eines fr�heren Beschusses aufweisen. Vergleichbare Zahlen f�r die Schweiz gibt es nicht, aber Anlass zur Besorgnis insbesondere was die hiesige Bejagung von Rehen, F�chsen, Hasen oder Wasserv�geln mit Schrot betrifft. Im Rahmen der aktuellen STS-Recherche �Streifsch�sse und Nachsuchen auf der Schweizer Jagd� wurden alle kantonalen Jagdverwaltungen zum Thema Fehlsch�sse und Nachsuchen befragt. Trotz Hinweis auf das Oeffentlichkeitsgesetz blieben die Jagdverwaltungen von neun Kantonen dem STS eine Antwort schuldig. Als Resultat der Umfrage ergibt sich, dass manche Kantone weder eine Meldepflicht f�r Nachsuchen kennen noch �ber deren Erfolgsquote Bescheid wissen. Es ist somit nicht bekannt, wie viele Tiere auf der Jagd tats�chlich angeschossen und wie viele durch Nachsuche von ihrem Leid erl�st werden konnten. Jagdpolitische Forderungen Aufgrund der STS-Recherche dr�ngt sich der Verdacht auf, dass auf der Jagd angeschossene Tiere und deren Leiden hierzulande ein Tabuthema sind. Die intransparente Haltung einiger kantonaler Jagdverwaltungen und die diesbez�glich v�llig ungen�gende Jagdstatistik zeugen davon. Der Schweizer Tierschutz STS fordert deshalb eine explizite, im eidgen�ssischen Jagdgesetz geregelte Pflicht zur Nachsuche auf angeschossenes oder angeschossen geglaubtes Jagdwild, eine Meldepflicht f�r erfolgte Nach- und Kontrollsuchen sowie �ffentliche Transparenz bez�glich deren Erfolgsquoten. Zudem fordert der STS ein Verbot von Schrotsch�ssen auf Reh- und Schwarzwild. Mehr Information --------------------------------- STS-Report �Streifsch�sse und Nachsuchen auf der Schweizer Jagd� online unter archiv.tierschutz.com/wildtiere/jagd_nachsuche.html F�r R�ckfragen --------------------------------- Sara Wehrli, Fachstelle Wildtiere Schweizer Tierschutz STS, Telefon 076 345 14 48 STS-Medienmitteilungen online --------------------------------- archiv.tierschutz.com/media/news.html Absender --------------------------------- Schweizer Tierschutz STS Dornacherstrasse 101, Postfach 4018 Basel Telefon 061 365 99 99 archiv.tierschutz.com sts@tierschutz.com