STS-Medienmitteilung: 50 Rappen mehr f�r gl�ckliche K�he Basel, 16. September 2016 Medienmitteilung Schweizer Tierschutz STS 50 RAPPEN MEHR F�R GL�CKLICHE K�HE ================= (Lead) Als Folge einer fehlgeleiteten Agrarpolitik wird Melken, trotz enormer Produktivit�tsfortschritte in den St�llen, f�r immer mehr Bauern unrentabel. Gleichzeitig leiden K�he und K�lber unter den Effizienzsteigerungen. In dieser f�r die Landwirte und die K�he gleichermassen desolaten Situation fordert der Schweizer Tierschutz STS ein Umdenken in der Milchviehhaltung und -zucht sowie einen fairen Milchpreis. --------------------------------- (Text) Aktuelle Umfrageresultate* best�tigen den L�sungsansatz bzw. die Forderungen des Schweizer Tierschutz STS: Eine grosse Mehrheit der Befragten w�re demnach bereit im Laden 50 Rappen mehr pro Liter Milch zu bezahlen (also rund CHF 2.-), unter der Bedingung, dass die 50 Rappen den Bauern zugute k�men, wenn diese ihren K�hen viel Weide und Auslauf und einheimisches Futter ohne Gentechnik anbieten. 4'000'000'000 Mehr als 4 Milliarden Liter Milch melken Schweizer Bauern in einem Jahr (Agrarbericht 2015). In den vergangenen 30 Jahren unternahmen Landwirte alles, um die von �konomen angemahnte Produktivit�tssteigerung und die Kostensenkungen zu erreichen. So setzte man auf einseitige Hochleistungszucht und konnte die pro Kuh erzeugte j�hrliche Milchmenge von 4'500 auf 7�000 Liter steigern. Obwohl der Kuhbestand zwischen 1985 und 2015 um 30% abnahm, von 860'000 auf 590'000 Tiere, stieg die Gesamtmilchproduktion um 10%. Das heisst: Die Produktivit�t je Milchkuh stieg um 60%! Lieferte 1985 ein Durchschnittsbetrieb 52'000 Liter Milch im Jahr ab, sind es heute 140�000 Liter. Die H�lfte der Milchbauern wurde verdr�ngt, damit die verbliebenen mehr und noch billiger produzieren konnten. Genutzt hat es den Bauern nichts. Der aktuelle durchschnittliche Milchpreis von rund 50 Rappen je Liter deckt die Kosten bei weitem nicht mehr. Damals wie heute Profiteure waren und sind hingegen die milchverarbeitende Industrie und der Handel. Blieben vor 30 Jahren von einem Konsumentenfranken beim Kauf von Pastmilch im Laden dem Bauern 60%, sind es heute nur mehr etwa 33%. Industrie und Handel gelingt es, immer mehr in die eigene Tasche zu stecken. Der Konsument hingegen bezahlt rund CHF 1.50 f�r einen Liter Pastmilch - damals wie heute. F�r K�he, Rinder und K�lber bedeuten die Produktivit�tssteigerungen und Kostensenkungen h�ufig nichts Gutes. Bei grossen Schweizer Milchbetrieben wird zunehmend - wie im Ausland - auf Weidegang verzichtet und ganzj�hrige Stallhaltung praktiziert. Durch die extremen Milchleistungen sinkt die Nutzungsdauer der K�he w�hrend der Einsatz von Antibiotika steigt. M�nnliche K�lber solch einseitiger Milchrassen k�nnen kaum mehr rentabel gem�stet werden und werden deshalb h�ufig �entsorgt�. Und weil Hochleistungsk�he wenig Fleisch ansetzen, fehlen in der Schweiz abertausende Tonnen Kuhfleisch, mit dem Resultat, dass dieses aus dem Ausland importiert werden muss. * Umfrage �Milchkuhhaltung in der Schweiz�; durchgef�hrt vom Marktforschungsinstitut DemoSCOPE im Auftrag des Schweizer Tierschutz STS; August 2016; 1035 Befragte in der gesamten Schweiz Mehr Information --------------------------------- Resultate STS-Umfrage �Milchkuhhaltung in der Schweiz� und mehr Information zum Thema online unter archiv.tierschutz.com/nutztiere/milchproduktion F�r R�ckfragen --------------------------------- Dr. sc.nat. Hans-Ulrich Huber, Gesch�ftsf�hrer Fachbereich Schweizer Tierschutz STS, Telefon 052 338 10 74 STS-Medienmitteilungen online --------------------------------- archiv.tierschutz.com/media/news.html Absender --------------------------------- Schweizer Tierschutz STS Dornacherstrasse 101, Postfach 4018 Basel Telefon 061 365 99 99 archiv.tierschutz.com sts@tierschutz.com