Medienmitteilung Schweizer Tierschutz STS, Z�rcher Tierschutz und Stiftung f�r das Tier im Recht: Belastende Primatenversuche sind zu verbieten Basel, 24. April 2016 Medienmitteilung Schweizer Tierschutz STS, Z�rcher Tierschutz und Stiftung f�r das Tier im Recht BELASTENDE TIERVERSUCHE SIND ZU VERBIETEN ================= (Lead) Schweizer Tierschutz STS, Z�rcher Tierschutz und Stiftung f�r das Tier im Recht unterst�tzen die Forderung nach einem schweizweiten Verbot belastender Versuche an Primaten. Insbesondere in der staatlich subventionierten universit�ren Grundlagenforschung stehen einem vagen Erkenntnisgewinn oft leidvolle, schmerzhafte Experimente und eine nicht artgem�sse Tierhaltung gegen�ber. --------------------------------- (Text) In einem noch unver�ffentlichten offenen Brief der Lobbyistenorganisation �Forschung f�r Leben�, der den Tierschutzorganisationen vorliegt, wird behauptet, ein Verbot belastender Primatenversuche, wie dies Nationalr�tin Maya Graf in einer Motion* fordert, w�rde dem Forschungsstandort Schweiz schaden. Diese Behauptung weisen die Tierschutzorganisationen als unzutreffend zur�ck und unterstreichen gleichzeitig ihre Forderung nach mehr staatlichem Engagement zur F�rderung und Implementierung von Ersatzmethoden zum Tierversuch. Unsere n�chsten Verwandten In den letzten zwei Jahrzehnten wurden tausende von Primaten, alleine 2014 251 Tiere, bei Tierversuchen verwendet. Mehr als die H�lfte davon bei belastenden Versuchen, die bis zu schweren Sch�den f�hren k�nnen - ohne dass daraus ein medizinischer oder therapeutischer Nutzen resultiert h�tte. Das ist nicht weiter verwunderlich. So �hnlich Affen dem Menschen auch sein m�gen, sie leiden nicht an denselben (Zivilisations-)Krankheiten. Die Unterschiede sind zu gross, als dass die Tierexperimente aussagekr�ftige, auf den Menschen �bertragbare Erkenntnisse liefern w�rden. Hingegen kommt Primaten aufgrund ihrer kognitiven und emotionalen F�higkeiten eine Sonderstellung zu. Sie als �Tiermodelle� in Labork�fige zu sperren, sie sozial zu isolieren, an ihnen zu experimentieren, sie in Angst zu versetzen und ihnen Schmerzen zuzuf�gen ist aus Tierschutzsicht nicht zu rechtfertigen. Irref�hrende Stimmungsmache Mit Bezug auf die irref�hrende Stimmungsmache von �Forschung f�r Leben� halten die genannten Tierschutzorganisationen insbesondere fest: Bis heute fehlt sowohl in der Impfstoffentwicklung und -pr�fung gegen schwere Infektionskrankheiten als auch in der Erforschung neurologischer St�rungen und Erkrankungen vielfach der Nachweis, dass erzielte Erfolge auf die Forschung mit Primaten zur�ckzuf�hren sind. Schlichtweg falsch ist die Aussage, dass jede neue Charge von Polioimpfstoff an Primaten auf seine Sicherheit getestet werden m�sse. Daf�r sind l�ngst auch andere Testverfahren zugelassen. Trotz jahrzehntelanger, weltzweiter Versuche an Affen haben diese Tiermodelle nichts Wesentliches zur Entwicklung von AIDS-Impfstoffen beigetragen. Mit dem HI-Virus infizierte Tiere entwickeln keine AIDS-�hnlichen Syndrome. Der Nutzen von Primatenversuchen f�r die Entwicklung von Medikamenten, Therapien oder Impfstoffen f�r HIV-Patienten ist gering, gemessen am Leid, das man den Tieren angetan hat. Zur Entwicklung von Antidepressiva werden Primaten u.a. sozialer Isolation ausgesetzt um einen der menschlichen Depression �hnlichen Zustand k�nstlich herbeizuf�hren. In der Nutzenbewertung wird ausser Acht gelassen, dass Depressionen beim Menschen sowohl biologische wie auch psychologische Ursachen haben. Letztere versucht die Psychotherapie zu ergr�nden und zu behandeln. Studien lassen den Schluss zu, dass dabei bessere, nachhaltigere Erfolge resultieren als mit der Verabreichung stimmungsaufhellender Wirkstoffe die in Primatenversuchen mit simulierten Depressionszust�nden entwickelt wurden. * Motion (15.4241) �Verbot von belastenden Tierversuchen an Primaten� www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20154241 Mehr Information --------------------------------- Forschung f�r Leben; Offener Brief: Motion �Verbot von belastenden Versuchen an Primaten� online unter http://bit.ly/1rrGQ8s Bildmaterial --------------------------------- Bildmaterial (Symbolbild) zum Download unter www.flickr.com/photos/schweizertierschutz F�r R�ckfragen --------------------------------- Dr. med.vet. Julika Fitzi, Fachstelle Tierversuche Schweizer Tierschutz STS Telefon 071 310 12 38 oder 079 332 02 54; julika.fitzi@tierschutz.com STS-Medienmitteilungen online --------------------------------- archiv.tierschutz.com/media/news.html Absender --------------------------------- Schweizer Tierschutz STS Dornacherstrasse 101, Postfach 4018 Basel Telefon 061 365 99 99 archiv.tierschutz.com sts@tierschutz.com