STS-Medienmitteilung: Futtertiere Basel, 30. Juni 2016 Medienmitteilung Schweizer Tierschutz STS FUTTERTIERE ================= (Lead) Der Schweizer Tierschutz STS hat im In- und Ausland das Schicksal von M�usen, Ratten und anderer sogenannter �Futtertiere� recherchiert. Die Resultate der STS-Recherche sind bedenklich und ern�chternd: Tiere, die insbesondere verschiedenen Reptilienarten lebend oder tot zum Frass vorgeworfen werden, leben in den allermeisten F�llen ein kurzes Leben unter erb�rmlichsten, tierschutzwidrigen Umst�nden und sterben einen oft qualvollen Tod. --------------------------------- (Text) Wieviele Reptilien in Schweizer Haushalten als Heimtiere leben, weiss man nicht. Kaum Beachtung - auch in Tierschutzkreisen - fand bisher das Schicksal der Futtertiere, obwohl in der Schweiz wohl t�glich Hunderte Nager und Tausende Insekten an Reptilien verf�ttert werden. J�hrlich d�rften es hunderttausende von Ratten und M�usen sein, die als Reptilienfutter ihr Leben lassen. �ber die Umst�nde der Zucht, des Transports, des T�tens oder der Lebendverf�tterung ist wenig bekannt. Und was bekannt ist, wird gerne verdr�ngt. So mancher Anbieter und mancher Kunde interessiert sich kaum f�r die Herkunft der Futtertiere. Gefrostete Nager In fr�heren Jahren wurden auch hierzulande Kleinnager als Futtertiere gez�chtet. Mit den Vorschriften der seit 2008 geltenden Tierschutzverordnung, die immerhin ein gewisses Tierwohl garantiert, scheint sich die inl�ndische Futtertierzucht nicht mehr zu lohnen. Die nachfragenden Tierhalter sind vielfach nicht bereit, f�r eine bessere Tierhaltung einen Mehrpreis zu bezahlen. Anstatt auch den Futtertieren Wert und W�rde zuzugestehen, weichen Anbieter und Reptilienhalter aus Profitgr�nden auf ausl�ndische Herk�nfte - vor allem aus dem Osten - aus. Dort wird massenweise produziert und g�nstig verkauft und exportiert. Alleine der litauische Anbieter �Euro mice�, nach eigenen Angaben der gr�sste Lieferant von Nagern in Europa, liefert monatlich (!) 800'000 M�use und 150'000 Ratten - gefroren - an Wiederverk�ufer und Direktabnehmer weltweit. Lebendverkauf und -f�tterung Auch die Mehrzahl in der Schweiz lebend verkaufter Futtertier-Nager werden im Ausland gez�chtet. Die Lebendf�tterung, bei der Futtertiere je nach T�tungsverhalten der Reptilien langandauernde Todes�ngste ausstehen, ist hierzulande bis auf wenige Ausnahmen verboten. Verbreitet d�rfte die Lebendf�tterung illegalerweise dennoch sein. Werden lebend erworbene Futtertiere kurz vor der Verf�tterung durch Privatpersonen get�tet, verlangt das Gesetz Fachkenntnisse �ber tierschutzkonformes T�ten. Es fehlen allerdings beh�rdliche Vorgaben �ber den Umfang der geforderten Kenntnisse und folglich auch deren konsequente �berpr�fung. Wirtschaftliche Argumente nicht akzeptabel Der Schweizer Tierschutz STS spricht sich nicht gegen die Haltung von Reptilien als Heimtiere aus, fordert aber von Reptilienhaltern, von Futtertierimporteuren und -anbietern und von Beh�rden, Futtertiere - auch Insekten - nicht nur als Nahrungsquelle f�r Reptilien zu sehen, sondern diese als eigenst�ndiges Leben zu achten. Eigene Zuchten oder zumindest Schweizer Herk�nfte sind zu bevorzugen. Eine artgem�sse Tierhaltung ist sowohl beim Z�chter als auch in der Verkaufsfiliale und beim Endverbraucher unerl�sslich. Wirtschaftliche Argumente bez�glich der angeblich zu teuren Schweizer Futtertiere sind nicht akzeptabel. Mehr Information --------------------------------- STS-Recherche �Das Schicksal der Futtertiere� online unter archiv.tierschutz.com/heimtiere/futtertiere Bildmaterial --------------------------------- Bildmaterial (Symbolbild) zum Download unter www.flickr.com/photos/schweizertierschutz F�r R�ckfragen --------------------------------- Sandra Schaefler, Fachstelle Heimtiere Schweizer Tierschutz STS, Telefon 081 328 22 33 oder 079 195 79 74 Medienstelle Schweizer Tierschutz STS, Telefon 079 357 32 04 STS-Medienmitteilungen online --------------------------------- archiv.tierschutz.com/media/news.html Absender --------------------------------- Schweizer Tierschutz STS Dornacherstrasse 101, Postfach 4018 Basel Telefon 061 365 99 99 archiv.tierschutz.com sts@tierschutz.com