STS-Medienmitteilung: Handlungsbedarf im Pferdesport Basel, 13. Juni 2017 Medienmitteilung Schweizer Tierschutz STS HANDLUNGSBEDARF IM PFERDESPORT ================= (Lead) Im Umgang mit Sportpferden an Turnieren besteht, vor allem beim Einreiten und vorallem bez�glich Anwendung der seit 2014 verbotenen Rollkur, noch immer dringender Handlungsbedarf - so das Fazit des Schweizer Tierschutz STS nach Turnierbesuchen im Jahr 2016. Der STS appeliert an die Verantwortlichen im Pferdesport, dieses tierschutzwidrige und imagesch�digende Verhalten einzustellen. --------------------------------- (Text) Rollkur (Hyperflexion) bezeichnet eine Methode, bei der der Kopf des Pferdes durch Herabziehen, mit Hilfe der Z�gel und massiver Handeinwirkung in Richtung Brust gezw�ngt wird. Der Reiter wirkt dabei derart stark auf die Z�gel ein, dass er das Pferd zum Senken des Kopfes und Einrollen des Halses zwingt. Das Pferd �rollt� sich auf. Die Schmerzen und Sch�den durch diese tierschutzwidrige Trainingsmethode sind erheblich. In der Schweiz gilt seit Anfang 2014 ein generelles Rollkur-Verbot. �ber die Einhaltung des Anwendungsverbots wollte sich der Schweizer Tierschutz STS selber ein Bild machen und besuchte im Jahr 2016 f�nf Turniere der Disziplinen Dressur, Western, Concours Complet (Vielseitigkeitsreiten) und Springen. Lebewesen oder �Sportger�t�? Im Rahmen der Turnierbesuche beobachteten STS-MitarbeiterInnen den Einsatz von Rollkur immer wieder, ohne dass dagegen eingeschritten worden w�re. Offensichtlich ist hier der Vollzug unzureichend und so manche ReiterInnen scheinen sich um die Vorgaben nicht zu k�mmern. Dies obwohl der Schweizerische Verband f�r Pferdesport SVPS laufend �ber die geltenden Vorschriften informiert. Ferner wurde der Einsatz von sehr eng geschnallten Sperrriemen und grobem Sporengebrauch beobachtet. Manche Pferde wurden bestraft, wenn sie die geforderten Leistungen nicht mit Bravour meisterten. Kontrollpersonen von Turnierverantwortlichen fehlten oder griffen - zumindest w�hrend der vom STS beobachteten Phasen - nicht ein. Erlernte Hilflosigkeit Pferde m�ssen die Nase vorn haben! Ein Pferd, das mit aufgerolltem Hals trainiert bzw. geritten wird, lernt, dass es keine Chance hat, sich zu wehren. Man spricht dabei von �Learned Helplessness� (erlernte Hilflosigkeit). Mit der Zeit resigniert das Pferd und f�gt sich seinem Schicksal. Der Schweizer Tierschutz STS fordert alle Reiter und Trainer auf, ihren Umgang mit Sportpferden zu �berpr�fen und das gesetzliche Rollkurverbot konsequent einzuhalten. Von Turnierveranstaltern erwartet der STS, dass stets Kontrollpersonen vor Ort sind, welche wenn n�tig umgehend eingreifen k�nnen und dies auch tats�chlich tun. Verst�sse sollten strenger geahndet werden, Verwarnungen und Ausschl�sse sind sofort auszusprechen, statt in anonymer Form und erst Wochen nach der Veranstaltung. Mehr Information --------------------------------- STS-Recherche �Turnierberichte 2016� online unter archiv.tierschutz.com/pferde/turnierberichte Bildmaterial --------------------------------- Bildmaterial (Symbolbild Rollkur) zum Download unter www.flickr.com/photos/schweizertierschutz/ F�r R�ckfragen --------------------------------- Sandra Schaefler, dipl. Zoologin, Fachstelle Heimtiere und Pferde Schweizer Tierschutz STS Telefon 079 195 79 74, sandra.schaefler@tierschutz.com STS-Medienmitteilungen online --------------------------------- archiv.tierschutz.com/media/news.html Absender --------------------------------- Schweizer Tierschutz STS Dornacherstrasse 101, Postfach 4018 Basel Telefon 061 365 99 99 archiv.tierschutz.com sts@tierschutz.com