STS-Medienmitteilung: Reptilien leiden still Basel, 16. Februar 2017 Medienmitteilung Schweizer Tierschutz STS REPTILIEN LEIDEN STILL ================= (Lead) Eine Recherche des Schweizer Tierschutz STS pr�sentiert erstmals Daten zur Schweizer Reptilienhaltung, gibt Auskunft zum Artenspektrum der als Heimtiere gehaltenen Reptilien, zu Handel, Haltung und gesetzlichen Grundlagen. Wegen vielmals mangelnder Information der Tierhalter und des Fehlens pr�ziser Haltungsvorschriften und Kontrollen sind Tierschutzprobleme verbreitet. Reptilien leiden still und sie sterben oft unbemerkt �ber lange Zeit. --------------------------------- (Text) Ob Schlangen, Schildkr�ten oder Echsen - viele Menschen sind fasziniert von den fremdartigen Tieren, die so wirken, als k�men sie aus einer anderen Welt. Die Haltung von Reptilien als Heimtiere erfreut sich seit Jahren zunehmender Beliebtheit. Eine Registrierungspflicht besteht nicht und so kann der Tierbestand nur gesch�tzt werden. Die Zahl von rund 300'000 Tieren (gem�ss Verband f�r Heimtiernahrung; Heimtier-Statistik 2016) erscheint dabei plausibel. Das Artenspektrum ist gross, allerdings sind es einige wenige Arten die besonders h�ufig gehandelt und gehalten werden. Bei Echsen sind dies Bartagamen und Leopardgeckos, bei Schlangen K�nigspythons und Kornnattern und bei Schildkr�ten Europ�ische Landschildkr�ten. Exoten im Wohnzimmer Mit Ausnahme einiger Schildkr�tenarten werden Reptilien meist in der Wohnung gehalten. Daher - und auch, weil sie sich die Tiere zumeist lautlos verhalten - werden diese Tierhaltungen vom Umfeld kaum wahrgenommen und folglich sind amtliche Kontrollen selten. Das ist fatal, denn die Haltung von Reptilien ist komplex und Haltungsfehler sind gem�ss der STS-Recherche h�ufig. Bei den Haltungsfehlern handelt es sich meist um ungen�gende Beleuchtung oder falsche Klimabedingungen, aber auch zu kleine Terrarien oder falsche Terrarieneinrichtung kommen �fters vor. Die Haltungsbedingungen sind f�r die Gesundheit der Tiere hochrelevant. So f�hrt z.Bsp. ein Mangel an UV-B-Strahlung bei Echsen und Landschildkr�ten zu Skelettproblemen. Auch bei falschen Umgebungstemperaturen k�nnen die Tiere erkranken, da die Stoffwechselaktivit�t von Reptilien von der Umgebungstemperatur abh�ngig ist. Fach- und Sachkunde verbessern Haltungsfehler und -defizite sind oftmals bedingt durch mangelnde Kenntnisse der Tierhalter, die es vers�umen sich fr�hzeitig mit den Bed�rfnissen der Tiere vertraut zu machen. In vielen F�llen mangelt es an Information sowohl zwischen K�ufer und Verk�ufer als auch im Internet, oder es kommt zu Spontank�ufen online oder an B�rsen. Dass f�r viele Reptilienarten keine pr�zisen, rechtlich verbindlichen Haltungsvorschriften definiert sind, macht die Sache nicht einfacher. Vorschnelle Tierk�ufe wie auch die hohe Lebenserwartung vieler Reptilienarten - Leopardgeckos beispielsweise k�nnen �ber 20 Jahre alt werden, bei K�nigspythons liegt das H�chstalter gar bei 48 Jahren - f�hren dazu, dass die Tiere teilweise mehrmals in ihrem Leben den Besitzer wechseln. Die Vermittlung von Reptilien gestaltet sich jedoch meist schwierig. Auf Reptilien spezialisierte Tierheime und Auffangstationen sind nur wenige vorhanden. Um die Tierschutzprobleme in der Reptilienhaltung wirkungsvoll angehen zu k�nnen, ist es dringend notwendig Wissen und K�nnen der Reptilienhalter anzuheben, den Tierhandel besser zu �berwachen und umfangreichere gesetzliche Grundlagen und einen konsequenten Vollzug zu schaffen. Zoofachgesch�fte wie auch Reptilienb�rsen sollten zudem mit guten Haltungsbeispielen und ausf�hrlicher Information der Kunden vorangehen. Mehr Information --------------------------------- STS-Recherche �Tierschutzprobleme in der Schweizer Reptilienhaltung� online unter archiv.tierschutz.com/heimtiere/reptilien Bildmaterial --------------------------------- Bildmaterial zum Download unter www.flickr.com/photos/schweizertierschutz F�r R�ckfragen --------------------------------- Dr. med. vet. Martina Schybli, Fachstelle Heimtiere und Tier�rztliche Beratungsstelle Schweizer Tierschutz STS, Telefon 079 195 79 72, martina.schybli@tierschutz.com STS-Medienmitteilungen online --------------------------------- archiv.tierschutz.com/media/news.html Absender --------------------------------- Schweizer Tierschutz STS Dornacherstrasse 101, Postfach 4018 Basel Telefon 061 365 99 99 archiv.tierschutz.com sts@tierschutz.com