STS-Medienmitteilung: Schweiz-Mercosur: Das �Billigfleisch-Abkommen� Basel, 2. April 2018 Medienmitteilung Schweizer Tierschutz STS SCHWEIZ - MERCOSUR: DAS �BILLIGFLEISCH-ABKOMMEN� ================= (Lead) Jedes Freihandelsabkommen ist ein Tauschgesch�ft. Mit dem Mercosur gibt es Freihandel und mehr Exporte nur, wenn der s�damerikanische Staatenbund im Gegenzug mehr Agrarprodukte in die Schweiz liefern kann. Anstatt auf hohe Standards im Handel mit landwirtschaftlichen Produkten zu setzen, verhandelt die Schweiz �ber eine Markt�ffnung f�r Billig-Importe, produziert unter bedenklichen Bedingungen f�r Tier- und Umweltschutz. In einer neuen Publikation bewertet der Schweizer Tierschutz STS die Produktionsbedingungen in der Agroindustrie des Mercosur aus Tierschutzsicht. --------------------------------- (Text) Gerade f�nf Monate sind vergangen seit dem deutlichen Votum der Schweizer Stimmberechtigten f�r mehr Nachhaltigkeit bei Lebensmittelerzeugung und -handel. Es war ein klares Bekenntnis zur einheimischen Landwirtschaft. Dessen ungeachtet m�chte der Bundesrat ein Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten - Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay - abschliessen, obwohl die dortigen Produktionsbedingungen in der Landwirtschaft vielen Nachhaltigkeitskriterien klar widersprechen. Eine Voraussetzung f�r den von Wirtschaftsminister und Wirtschaft angestrebten Ausbau der Handelsbeziehungen ist die Erh�hung der Einfuhrquoten f�r Fleisch und Futtermittel aus dem Mercosur in die Schweiz. Der Schweizer Tierschutz STS hat �ber die Produktionsbedingungen im Agrarsektor des Mercosur recherchiert. Tier- und Umweltschutz auf bedenklich tiefem Niveau W�hrend Konsumentenschutzorganisationen hierzulande ein Verbot von leistungsf�rdernden Hormonen und Antibiotika sowie gentechnisch ver�nderten Futtermitteln in der Tiermast erk�mpften, ist deren Einsatz in Argentinien und Brasilien zul�ssig. Die industrielle Landwirtschaft setzt dort auf Massentierhaltung, grossfl�chige Monokulturen im Ackerbau und auf den Einsatz von Gentechnologie und von Pestiziden. Die grosse Nachfrage nach Fleisch und Soja - auch aus Europa und der Schweiz - beschleunigt eine Entwicklung, die W�lder in horrendem Tempo vernichtet, erodierte und vergiftete B�den hinterl�sst und zu einem Biodiversit�tsverlust in ganzen Landstrichen f�hrt. Das Bild friedlich in den Weiten der Pampas heranwachsender Rinder geh�rt mehr und mehr der Vergangenheit an. Was an Rindfleisch in S�damerika produziert wird, ist meist kein Weidefleisch mehr. In Brasilien und in Argentinien stehen immer mehr Tiere in Feedlots, in riesigen, graslosen Pferchen, in ihrem eigenen Kot. Das ist Intensivmast in Tierfabriken - nur ohne Dach. Umfassende Tierschutzvorschriften zur Haltung von Rindern und Schweinen sowie von Gefl�gel fehlen in der Gesetzgebung der Mercosur-Staaten. Das Gros in der Schweiz verbotener Tierqu�lereien in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung (z.B. andauernde Anbindehaltung, Kastenst�nde, Vollspaltenb�den, K�fighaltung, Langzeittransporte) ist legal. In den Schlachth�fen sind teils Bet�ubungsmethoden zugelassen, die hierzulande verboten sind. Eine Beschr�nkung der Anzahl Tiere pro Stall bzw. pro Betrieb gibt es nicht. Massentierhaltung in der Gefl�gel- und Rindermast ist eher Regel als Ausnahme. Dem Import aus Staaten in denen mit kaum R�cksicht auf Tier- und Umweltschutz billig produziert wird, wo gesetzliche Vorschriften und Tierschutzkontrollen fehlen, wo Grossbetriebe tausende Rinder m�sten und bis zu 1.4 Mio Legehennen halten, h�tten die heimischen Bauern wenig entgegenzusetzen. Mehr Information --------------------------------- STS-Brosch�re �Freihandelsabkommen Schweiz - Mercosur: Bewertung aus Sicht des Tierschutzes� online unter archiv.tierschutz.com/aktuell/mercosur.html Bildmaterial --------------------------------- Bildmaterial (Symbolbild) zum Download unter www.flickr.com/photos/schweizertierschutz F�r R�ckfragen --------------------------------- Medienstelle Schweizer Tierschutz STS Telefon 079 357 32 04 ; media@tierschutz.com STS-Medienmitteilungen online --------------------------------- archiv.tierschutz.com/media/news.html Absender --------------------------------- Schweizer Tierschutz STS Dornacherstrasse 101, Postfach 4018 Basel Telefon 061 365 99 99 archiv.tierschutz.com sts@tierschutz.com