STS-Medienmitteilung: Gitzi und L�mmer: Ein Trend und seine Folgen Basel/Aarau, 27. Juni 2019 Medienmitteilung Schweizer Tierschutz STS GITZI UND L�MMER: EIN TREND UND SEINE FOLGEN ================= (Lead) Schaf- und Ziegenmilch liegen im Trend. Das Fleisch der Tiere, insbesondere das Fleisch der Ziegen, hingegen weniger. Eine ung�nstige Kombination f�r die Bauern und die Tiere. Einerseits: Keine Milch ohne Geburten. Andererseits: Wohin mit den Jungtieren? Vom f�hlenden Lebewesen zum l�stigen Nebenprodukt ist es ein schmaler Grat. --------------------------------- (Text) Obwohl eher ein Nischenprodukt, erfreuen sich Milchprodukte sowohl vom Schaf wie von der Ziege zunehmender Beliebtheit beim Konsumenten. Auch das Fleisch vom Lamm findet guten Absatz. In der inl�ndischen Ziegenhaltung allerdings spielt die Fleischproduktion eine nebens�chliche Rolle. Und selbst wenn Ziegen- bzw. Gitzi-Fleisch auf den Tisch kommt, werden 38 Prozent (2017) des Verbrauchs importiert - trotz saisonal reichlich vorhandenem Inlandangebot. �Abfallprodukte� Der Trend zur Ziegenmilchproduktion f�hrt zu einem wachsenden Angebot an Schlachtkitzen. Damit der Mensch anstelle der Tierbabys die Milch bekommt, werden die Neugeborenen von den Muttertieren kurz nach der Geburt getrennt. Die Aufzucht der Jungtiere rentiert kaum und so ist es g�ngige Praxis, dass die Tierkinder bereits im Alter von zwei bis drei Tagen von den Milchbetrieben an H�ndler verkauft werden. Oftmals haben die Tiere bis zur Ankunft am Schlachtbetrieb, nach nur sechs bis acht Wochen, ihr kurzes Leben auf mehreren Betrieben verbracht und haben etliche Kilometer Transport hinter sich. Der Kontrolldienst STS kennt die Bilder sichtlich ausgehungerter und gesundheitlich angeschlagener Gitzis vor dem Schlachthoftor. Und weil heute Ziegen und Schafe nicht in der Tierverkehrsdatenbank registriert werden m�ssen, lassen sich die verschlungenen Wege, die die kleinen Tiere bereits hinter sich haben, nur erahnen. Immerhin dies soll sich mit der ab kommenden Jahr geltenden Registrierungspflicht �ndern. Frisch geboren, wertlos Fakt ist, dass insbesondere die jungen Geisslein kaum einen Wert haben. Als l�stige Nebenprodukte werden sie auf manchen Mastbetrieben durch mangelhafte Haltungsbedingungen und fehlende F�rsorge entsorgt. Eine dringend notwendige Verbesserung der Situation liesse sich aus Sicht des Schweizer Tierschutz STS durch die gezielte F�rderung muttergebundener Aufzucht oder zumindest der Mast auf dem Geburtsbetrieb erreichen. Vom Bund wie auch vom Detailhandel fordert der STS vermehrte Anstrengungen zur Absatzf�rderung und produktionskostendeckende Preise f�r Schweizer Gitzi- und Lammfleisch. Der Import von billigem Fleisch aus dem Ausland, w�hrend sich im Inland die Aufzucht und Vermarktung der Jungtiere f�r den Bauern nicht lohnt, widerspricht dem Tierschutz. Mehr Information --------------------------------- STS-Dossier �Geissen und Gitzi, Schafe und L�mmer� online unter http://archiv.tierschutz.com/media Bildmaterial / Video --------------------------------- Bildmaterial zum Download unter http://www.flickr.com/photos/schweizertierschutz Video �Zicklein und L�mmer� unter http://www.vimeo.com/schweizertierschutz F�r R�ckfragen --------------------------------- Cesare Sciarra, Leiter Kompetenzzentrum Nutztiere, Kontrolldienst Schweizer Tierschutz STS Telefon 062 296 09 71 / 076 326 02 66, cesare.sciarra@tierschutz.com STS-Medienmitteilungen online --------------------------------- archiv.tierschutz.com/media/news.html Absender --------------------------------- Kompetenzzentrum Nutztiere Schweizer Tierschutz STS Industriestrasse 1, 5000 Aarau Telefon 062 296 09 71 www.kontrolldienst-sts.ch kontrolldienst@tierschutz.com