Medienmitteilung STS / IP-SUISSE: Faire Produzentenpreise f�r mehr Tierwohl Basel, 16. Dezember 2020 Medienmitteilung Schweizer Tierschutz STS und IP-SUISSE FAIRE PRODUZENTENPREISE F�R MEHR TIERWOHL ================= (Lead) Geht's dem Bauern gut, geht's den Tieren gut - und umgekehrt. Wollen wir mehr Tierwohl in den St�llen, m�ssen den Landwirten die daf�r erbrachten Mehrleistungen �ber Labelpr�mien und Direktzahlungen kostendeckend abgegolten werden. Das ist heute nicht der Fall, wie eine neue von Schweizer Tierschutz STS und IP-SUISSE in Auftrag gegebene Agroscope-Studie best�tigt. --------------------------------- (Text) In mehreren Studien im Rahmen der Kampagne �Absatzoffensive Labelfleisch und Eier� hat der Schweizer Tierschutz STS aufzeigen k�nnen, dass die Produzentenanteile an der Gesamtwertsch�pfung bei Labelprodukten deutlich geringer sind als im konventionellen Sortiment und sich die landwirtschaftlichen Produzenten nicht proportional am Markterfolg beteiligen k�nnen. Die vorliegende Studie �Betriebszweiganalyse� von Agroscope - eine Auftragsstudie vom Schweizer Tierschutz STS und IP-SUISSE - zeigt dar�ber hinaus, dass Labelproduzenten in den Bereichen Rind- und Schweinefleisch ihre Kosten f�r Tierwohlmehrleistungen nicht decken k�nnen. Anhand der Agroscope-Betriebszweiganalyse l�sst sich im Rahmen einer detaillierten Vollkostenrechnung erstmals die monet�re Erfassung von Tierwohlleistungen, die �ber die Minimalforderungen der Tierschutzverordnung hinausgehen, aufzeigen. Ganz prek�r sind die Ergebnisse bei der Rindfleisch-Labelproduktion. Gut ein Viertel der Aufwendungen f�r das Tierwohl werden nicht entsch�digt (Studie basiert auf Preiszuschlag Label 0,55 CHF/kg Schlachtgewicht). Bei IP-Suisse Mastschweinebetrieben werden die Aufwendungen etwas besser gedeckt, aber auch hier nur zu rund 90 % (Studie basiert auf Preiszuschlag Label 0,275 CHF/kg Schlachtgewicht). Tierwohlpr�mien sind zu erh�hen Die Tierwohlpr�mie umfasst in der Regel zu rund zwei Dritteln die Labelpr�mie der Abnehmer und zu rund einem Drittel die Direktzahlungen vom Bund f�r die freiwilligen Tierwohlprogramme (BTS und RAUS). Aus den Studienergebnissen l�sst sich ableiten, dass die Labelpr�mie bei der Rindermast um knapp 60 %, bei der Schweinemast um 16 % erh�ht werden m�sste. Werden die Pr�mien nicht erh�ht bzw. die f�r das Wohl der Tiere erbrachten Mehrleistungen nicht fair entsch�digt, geht das zu Lasten der Tiere. Werden aufgrund der ungen�genden Abgeltung Direktkosten gesenkt, zum Beispiel weniger Stroh eingestreut, Arbeitszeit, auch in der Tierbetreuung reduziert, und langfristig nicht in tierfreundliche St�lle investiert, dann haben die Tiere darunter zu leiden. Wenn der Bund seine Rolle in Richtung einer nachhaltigen Nahrungsmittelproduktion wahrnehmen will, muss die Labelproduktion zus�tzlich kr�ftig gef�rdert werden. F�r die Produzenten soll nicht nur eine Kostendeckung resultieren, sondern mit einem zus�tzlichen finanziellen Anreiz eine Besserstellung der Labelproduktion und damit insgesamt mehr Tierwohl erreicht werden. Mehr Information --------------------------------- Kampagne �Absatzoffensive Labelfleisch und Eier� und Recherche �Betriebszweiganalyse von Agroscope� online unter http://archiv.tierschutz.com/agrarpolitik/absatzoffensive F�r R�ckfragen --------------------------------- Dr. Stefan Fl�ckiger, Gesch�ftsf�hrer Agrarpolitik Schweizer Tierschutz STS Telefon 079 621 29 84, stefan.flueckiger@tierschutz.com Fritz Rothen, Gesch�ftsf�hrer IP-SUISSE Telefon 079 444 72 62, rothen.fritz@ipsuisse.ch STS-Medienmitteilungen online --------------------------------- http://archiv.tierschutz.com/media/news.html Absender --------------------------------- Schweizer Tierschutz STS Dornacherstrasse 101, Postfach 4018 Basel Telefon 061 365 99 99 archiv.tierschutz.com sts@tierschutz.com