STS-Medienmitteilung: Tierwohlf�rderung: Ungenutztes Potential Basel, 30. September 2020 Medienmitteilung Schweizer Tierschutz STS TIERWOHLF�RDERUNG: UNGENUTZTES POTENTIAL ================= (Lead) Gem�ss Bundesverfassung ist die nachhaltige Nahrungsmittelproduktion zu f�rdern. Dem widerspricht die heutige Situation, in der Produkte, die nachhaltiger produziert werden, im Markt benachteiligt sind. Eine Agroscope-Studie* weist nach, welch grosses Potential eine Aenderung der Preispolitik im Detailhandel h�tte: Labelanteile k�nnten bei den relevanten Fleischkategorien kurz- bis mittelfristig von einem Drittel auf 40 bis 48% erh�ht werden.. --------------------------------- (Text) Zwei Marktanalysen des Schweizer Tierschutz STS haben die Ursachen f�r die ins Stocken geratene Nachfrage nach Labelprodukten aufgezeigt. Nachhaltig und tierfreundlich erzeugte Fleischsortimente werden im Markt mit �berhohen Verteilermargen preislich unattraktiv positioniert. Demgegen�ber wird der Absatz von konventionellen Sortimenten gef�rdert, indem sie zu �Kampfpreisen� angeboten werden. Es findet ein Dumping auf Kosten der Tiere statt. Agroscope hat im Rahmen einer neuen Studie berechnet, wie sensibel Konsumentinnen und Konsumenten auf eine Preis�nderung bei Fleischprodukten reagieren und wie stark der Absatz von Label- und Biofleisch durch eine Preis�nderung gesteigert werden k�nnte. Auswirkungen auf das Tierwohl Die Agroscope-Studie berechnet die Wirkung einer Ann�herung der Verkaufspreise zwischen konventionellem Fleisch bzw. Label- und Bioprodukten. Ausgehend davon hat der STS in zwei Szenarien, bei Preis�nderungen von 10 bis 20%, eindrucksvolle Ergebnisse abgeleitet: Bis zu 25% mehr Rinder k�nnten in der Schweiz in tierfreundlichen Haltungssystemen leben. Das entspr�che knapp 40'000 Tieren. Bei den Schweinen w�ren dies sogar zus�tzlich bis zu 32% bzw. knapp 300'000 Tiere. Beim Mastgefl�gel sind die Marktbedingungen f�r Label- und Biotiere derart unbefriedigend, dass heute erst 7.9% der Tiere in tiergerechten Systemen leben. Die Berechnungen zeigen, dass dieser Anteil auf 10% ansteigen und zus�tzlich 1.5 Mio. Tiere davon profitieren k�nnten. Umkehr der Preispolitik Der Schweizer Tierschutz STS fordert die Marktakteure zum dringenden Handeln auf. Im Austausch mit Markakteuren hat der STS den Branchenansatz �maximale Preisrelationen� entwickelt und m�chte nun die Detailh�ndler verpflichten, sich an gewisse maximale Bandbreiten bei den Labelpreisen zu halten, ihre zentrale Rolle innerhalb der Wertsch�pfungskette zu nutzen und die Labelm�rkte neu zu beleben. Die Umkehr der Preispolitik ist auch eine zentrale Forderung an den Bund, mit Lenkungsmassnahmen die Kostenwahrheit sicherzustellen. Mit der im Rahmen der Tierschutz-Recherche �Handlungsoptionen bez�glich Tierwohl anhand der Marktanalyse von Agroscope� ver�ffentlichten Labelstatistik 2020 zeigt der STS, wie sich die Unternehmungen heute im Labelbereich engagieren und welche Entwicklung zu erwarten ist. * Agroscope: Oekonomische Tierwohlanalyse 2020, Ergebnisse der Marktanalyse https://ira.agroscope.ch/de-CH/publication/44504 Mehr Information --------------------------------- STS-Recherche �Handlungsoptionen bez�glich Tierwohl anhand der Marktanalyse von Agroscope� online unter http://archiv.tierschutz.com/agrarpolitik/absatzoffensive F�r R�ckfragen --------------------------------- Dr. Stefan Fl�ckiger, Gesch�ftsf�hrer Agrarpolitik Schweizer Tierschutz STS Telefon 079 621 29 84, stefan.flueckiger@tierschutz.com STS-Medienmitteilungen online --------------------------------- http://archiv.tierschutz.com/media/news.html Absender --------------------------------- Schweizer Tierschutz STS Dornacherstrasse 101, Postfach 4018 Basel Telefon 061 365 99 99 archiv.tierschutz.com sts@tierschutz.com