Kompetenzzentrum Nutztiere Schweizer Tierschutz STS

Ja zu Zweinutzungshühnern

Der Schweizer Tierschutz STS und mit ihm die Legehennen in der Schweiz gratulieren Bio Suisse zum Entscheid, keine männlichen Küken mehr töten zu wollen. Gleichzeitig ermutigt der STS Bio Suisse, ausschliesslich auf Zweinutzungshühner zu setzen und rasch von der weiterhin zulässigen Kombination Hochleistungshennen mit Bruderhahnmast Abschied zu nehmen.
Bio Suisse hat an der gestrigen Delegiertenversammlung beschlossen, dass spätestens ab Ende 2025 keine Küken mehr für die Produktion von Bioeiern getötet werden sollen. Damit ist ein gewichtiger und zukunftsträchtiger Entscheid hin zu einer ethisch vertretbaren Hühnerhaltung gefällt. Denn Bioeier sind in der Schweiz keine Nische: 2020 legten Schweizer Bio-Legehennen 197 Mio. Eier, was einem beachtlichen Anteil von 18.5 % der Schweizer Eierproduktion entsprach.

Ein Wermutstropfen bleibt: Bio Suisse will zwar in erster Linie auf Zweinutzungshühner setzen. Aber die Nutzung von Hochleistungshennen kombiniert mit der Bruderhahnaufzucht, also der Aufzucht der männlichen Tiere dieser Hochleistungszuchten, wird weiterhin zulässig sein. Das ist bedauerlich. Zum einen wird der Absatz der kaum Muskeln ansetzenden männlichen Küken schwierig werden. Zum anderen führt die extreme Legeleistung, welche man den Hochleistungstieren angezüchtet hat, auch bei den Hennen selber zu massiven Tierschutzproblemen: Brustbeinfrakturen, welche bei über der Hälfte der Legehennen aufgrund der hohen Leistung auftreten oder Zehenpicken, bei welchem sich die Hennen selber so sehr verletzen, dass sie an den Folgen der Entzündungen sterben. Eine ethisch wirklich vertretbare Hühnerzucht und -haltung kann Bio Suisse deshalb nur erreichen, wenn ausschliesslich auf Zweinutzungsrassen gesetzt wird.