Medienmitteilung: Mehr Wiesenmilch heisst mehr Tierwohl und mehr Nachhaltigkeit Basel, 11. November 2021 Medienmitteilung Schweizer Tierschutz STS und IP-Suisse MEHR WIESENMILCH HEISST MEHR TIERWOHL UND MEHR NACHHALTIGKEIT ================= (Lead) Das Wiesenmilch-Label von IP-SUISSE z�hlt gem�ss der STS-Labelbewertung zu den tierfreundlichen Haltungsformen. Auslauf und Weide ist Pflicht, was zusammen mit der graslandbasierten F�tterung das Wohl der Tiere verbessert. Die vollst�ndige Abgeltung von Tierwohl- und weiteren Nachhaltigkeitsleistungen f�r Wiesenmilch-Produzenten ist hingegen nur bei ganz bestimmten Betriebsstrukturen gegeben und stellt den weiteren Ausbau in Frage. --------------------------------- (Text) Immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten kommen mit dem Ausbau der Milch-Sortimente mit dem IP-SUISSE K�fer in den Genuss von Wiesenmilch. Damit �bernehmen Verarbeiter und der Detailhandel Verantwortung zugunsten eines Ausbaus des Tierwohls und weiteren Nachhaltigkeitsleistungen. Jeder zus�tzlich verkaufte Liter Wiesenmilch f�rdert eine standort- und artgerechte F�tterung mit obligatorischem Auslauf und Weide f�r die Tiere sowie einem beschr�nkten Kraftfuttereinsatz bzw. Sojaverbot. Weil Wiesenmilch-Betriebe nur sehr wenig Minerald�nger einsetzen - mehr als die H�lfte aller Betriebe d�ngt die Wiesen fast ausschliesslich mit Hofd�nger - und zus�tzliche Massnahmen zugunsten der Biodiversit�t sowie zum Klima- und Ressourcenschutz umsetzen, leisten sie einen �berdurchschnittlichen Beitrag zum �Absenkpfad N�hrstoffe�. Das Label tr�gt damit einem wachsenden Kundenbed�rfnis nach mehr Nachhaltigkeit und Tierwohl Rechnung. Mit den h�heren Anforderungen sind Mehrkosten verbunden. Die Forschungsanstalt Agroscope hat im Auftrag von Schweizer Tierschutz STS und IP-SUISSE die wirtschaftliche Situation von Wiesenmilchproduzenten untersucht*. Die Forscher haben analysiert, wie hoch die Mehrkosten und Mehrerl�se der Wiesenmilchproduzenten durch ihre graslandbasierte Produktionsform sind und ob die Tierwohlmehrleistungen vollst�ndig abgegolten werden. Die untersuchten Wiesenmilchbetriebe k�nnen ihre Kosten trotz Wiesenmilchpr�mie von 5 Rp./kg nur zu 84% decken. Je nach Milchleistung weisen konventionelle Betriebe eine h�here Kostendeckung aus. Bei intensiv gef�hrten konventionellen Betrieben mit hohen Milchleistungen lohnt sich eine Umstellung auf das tierfreundliche Wiesenmilchsystem ohne zus�tzlichen Preisanreiz nicht, was aus Sicht des Tierschutzes und der Nachhaltigkeit problematisch ist. Lohnenswert ist die Umstellung auf die Wiesenmilch v.a. f�r Betriebe mit �hnlichen Produktionssystemen, weil nur geringere Anpassungen notwendig sind. Die Studie best�tigt, dass Nachhaltigkeit und namentlich das Tierwohl nicht zum Nulltarif zu haben sind. Einerseits sind die Abnehmer gefordert, weil der Ausbau der Wiesenmilchmengen kaum mit den bisherigen 5 Rp/kg zu haben ist. Andererseits liegt der Ball auch beim Bund: Eine h�here Priorit�t bei der Tierwohlf�rderung und eine Leistungsvereinbarung mit Verarbeitern und Handel w�rden ein klares Zeichen setzen sowie mehr Verbindlichkeit aber auch zus�tzliches Profilierungspotenzial schaffen. Diese Chance gilt es zu nutzen. * Wirtschaftlichkeit von Wiesenmilchbetrieben und Vergleich mit intensiveren Produktionssystemen. Agrarforschung Schweiz, 12, 2021, 189-195. https://doi.org/10.34776/afs12-189 F�r R�ckfragen --------------------------------- - Dr. Stefan Fl�ckiger, Gesch�ftsf�hrer Agrarpolitik Schweizer Tierschutz STS Telefon 079 621 29 84, stefan.flueckiger@tierschutz.com - Fritz Rothen, Gesch�ftsf�hrer IP-Suisse Telefon 079 444 72 62, rothen.fritz@ipsuisse.ch STS-Medienmitteilungen online --------------------------------- http://archiv.tierschutz.com/media/news.html Absender --------------------------------- Schweizer Tierschutz STS Dornacherstrasse 101, Postfach 4018 Basel Telefon 061 365 99 99 archiv.tierschutz.com sts@tierschutz.com