Tierwohlprodukte in der Gemeinschaftsgastronomie
Das Angebot in
Kantinen, Mensen in Betrieben, Gesundheits-, Pflege- und Bildungsinstitutionen
beeinflusst massgeblich das Essverhalten von Gästen jeden Alters.
Hochrechnungen, ausgehend von der im Auftrag des Schweizer Tierschutz STS
durchgeführten DemoSCOPE-Befragung zeigen: Durchschnittlich 1,3 Mio Menüs werden
täglich in der Gemeinschaftsgastronomie konsumiert (Stand vor Corona-Pandemie). Der Anteil Menüs mit Fleisch
beträgt 56,5 %. Das entspricht knapp 750'000 Menüs pro Tag. Im Rahmen
der Kampagne «Absatzoffensive Labelfleisch» will der Schweizer Tierschutz STS
zusammen mit den landwirtschaflichen Labelorganisationen (IP-Suisse, Bio Suisse,
Mutterkuh Schweiz, Demeter, KAGfreiland) den heute in der
Gemeinschaftsgastronomie noch geringen Anteil von Fleisch aus tierfreundlichen
Haltungssystemen fördern.
«Tierwohl-Preiszuschlag»
Die Resultate der DemoSCOPE-Umfrage zeigen erfreulich positive Rückmeldungen zum
Thema Tierwohl und Nachhaltigkeit. Gemäss Beschaffungskalkulation mit
marktüblichen Labelpreisen kommt ein Menü mit tierfreundlich produziertem
Labelfleisch von IP-Suisse 20 bis 50 Rappen teurer zu stehen. In Bioqualität
sind es 1 bis 1,50 Franken pro Menü. Bemerkenswert ist, dass 73,7 % der Gäste
bei den konsumierten Fleischmenüs bereit sind, einen Mehrpreis von 20 bis 50
Rappen für Labelfleisch von IP-Suisse zu bezahlen; 59,7 % der Gäste beim Fleisch
von Bio Suisse.
Informationskampagne
Rund 350 Gemeinschaftsverpflegungsbetrieben wird aufgezeigt, wie sie von der
erstarkten Sensibilisierung für mehr Tierwohl und Nachhaltigkeit profitieren
können: Entweder über den klar ersichtlichen freiwilligen «Mehrpreis für
Mehrwert», der insbesondere auch die Wertschätzung für Tierwohlprodukte fördern
soll. Oder mit der Möglichkeit «Weniger und besser», mit der sich Gäste, ohne
Mehrpreis, mit etwas weniger Fleisch nachhaltig ernähren können. Die Betriebe
werden so mit neuen Ideen ihre Gäste überraschen können und ihnen aufzeigen, wie
sie sich für mehr Tierwohl engagieren, die Nachhaltigkeit stärken und eine
zukunftsweisende Landwirtschaft fördern können.